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Christian Buder: Die Eistoten

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Die Eistoten ist ein Roman für alle, denen Himmelstal oder Das finstere Tal gut gefallen haben. Allerdings ohne Tal.

Cover des Buches christian buder die eistoten 129x200Hintereck ist ein Dorf in der bayrischen Provinz, das vom Tourismus so einigermaßen lebt und ansonsten viele schrullige Dörfler beherbergt. Eine davon ist Alice, eine elfjährige Einzelgängerin, die man neudeutsch vielleicht auch einen „Nerd“ nennen könnte. Dabei ist Alice alles andere als auf den Kopf gefallen, sie wird aber ständig im Hinblick auf ihre wenige Lenze zählende Lebenserfahrung nicht ernst genommen. Das macht nicht nur sie selbst, sondern auch den Leser wahnsinnig: Da hat man mal eine Elfjährige, die ganze Sätze zu sprechen in der Lage ist, sich für Literatur und Philosophie interessiert, und es wird ihr ständig nur mitleidig-gütig-genervt über den Kopf gestreichelt. Insbesondere dann, wenn sie ihre Mordtheorie in Bezug auf den Erfrierungstod ihrer Mutter am Heiligen Abend vor vier Jahren anbringt.
Alices Mutter war eine der sogenannten “Eistoten”, die fast jährlich an Weihnachten in und um Hintereck aufgefunden wurden. Gleichzeitig wurde die Kirchentür des Dorfes wiederholt mit einer blutigen “11″ beschmiert und das eine oder andere Haustier musste sein Leben lassen. Die einzige Vertrauensperson Alices in dieser Angelegenheit ist ihr Großvater, ansonsten schlägt sie sich mit ihrem genervten Vater und ihrer überschminkten Schwester herum.

Wieviel besser es wäre, Alice mal ernsthaft zuzuhören, stellt sich heraus, als sie den gefrorenen Körper einer Schulkollegin findet, in einer für eine Leiche unkonventionellen Position. Genau wie die Eistoten zuvor. Alice beginnt mit Hilfe ihres einzigen Freundes Tom zu ermitteln und erhält hin und wieder hilfreiche Hinweise ihres besonderen Freundes Ludwig Wittgenstein. Der Philosoph erscheint ihr zu den seltsamsten Zeitpunkten und erklärt ihr die Welt im philosophischen Zusammenhang. Und im Bezug auf die Morde. Die Kommunikation mit Wittgenstein, das Wahrnehmen eines nicht realen Clowns (einem Spektre) und vor allem Alices Beharrlichkeit bringen sie im Rahmen ihrer Nachforschungen an den Rand der Unterbringung in der Psychiatrie … doch das sind nicht die einzigen Widrigkeiten, mit denen das Mädchen zu kämpfen hat. Ihre Nachforschungen werden genauestens beobachtet; Alice ahnt gar nicht, in welcher Gefahr sie schwebt und wer ein besonderes Interesse daran hat, sie nicht nur mundtot zu machen.

Die Eistoten ist ein mysteriöser Krimi, der sich wirklich zu lesen lohnt. Spannung, ein bisschen Sarkasmus, knorpeliger Lokalkolorit und eine Prise Übersinnlichkeit mit Gruselfaktor inklusive. Was letzten Endes hinter den Eistoten steckt, kann man wirklich nicht ahnen! Und wer kann sonst schon von sich behaupten, dass ihm/ihr ein bedrohlicher, weißgesichtiger Clown erscheint, wenn man mal ein bisschen in der Geschichte der eigenen Heimat herumschnüffelt …?

Wer mal Bock auf was Außergewöhnliches hat, ist hier gut bedient!

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Cover des Buches Die Eistoten von Christian Buder

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