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Stephen King: Joyland

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Sommer 1973. Der einundzwanzigjährige Student Devin Jones hat in den Ferien einen Job in dem Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina gefunden.Cover des Buches stephen king joyland2 124x200
Joyland ist noch nicht so groß und auf gnadenlose Perfektion getrimmt, wie etwa Disneyland. Hier ist alles eine Nummer kleiner, sehr familiär, die Attraktionen des Parks sind Klassiker wie Achterbahn, Riesenrad und Geisterbahn. Die Mitarbeiter sehen sich als Schausteller alter Schule, der 94-jährige Besitzer hat als gütiger und gerechter Patriarch ein Auge auf alles und alle.

Devin findet schnell Gefallen an seiner Arbeit. Ein Tag in Joyland ist lang und hart, aber die Schaustellerei scheint Devin im Blut zu liegen. Schnell kann er alle Fahrgeschäfte perfekt bedienen und im Kostüm des Parkmaskottchens entdeckt er an sich ungeahnte Talente als Kinderanimateur. Seine Vermieterin versorgt ihn mit aktuellem und älteren Klatsch und Tratsch und unter den übrigen Saisonkräften schließt er schnell Freundschaften. Die Originale, die in Joyland die Stammbesatzung bilden, haben ihn schnell als einen der ihren akzeptiert.

Eigentlich ein perfekter Sommer. Aber über Joyland liegt ein dunkles Geheimnis, kam es doch vor vielen Jahren in der Geisterbahn zu einem mysteriösen Mord an einer jungen Frau, der nie aufgeklärt wurde. Vor allem aber hält sich das Gerücht, der Geist der Ermordeten spuke in der Bahn, dem Horror House. Immer wieder behauptet jemand, sie gesehen zu haben, wie sie im blauen Kleid mit ausgestreckten Händen neben den Gleisen steht.
Als sich Devin nach dem Ferien entschließt, nicht an die Uni zurück zu gehen, sondern für eine ganze Saison in Joyland zu bleiben, wird er Teil einer unglaublichen Geschichte, an deren Ende natürlich die Auflösung des Geisterbahnrätsels steht.

Joyland ist kein Horror-Schocker, der einem schlaflose Nächte bereitet, aber eine toll erzählte Geschichte eines Sommers. Die Beschreibung der Jahrmarktswelt und der sie bevölkernden Typen ist wunderbar. King genießt regelrecht die Schilderung dieser verglichen mit heute so entschleunigten Zeit (bescheuertes Wort, passt aber …).
Diese Nostalgie geht so weit, dass Joyland auf Kings ausdrücklichen Wunsch zunächst nicht digital erscheint, sondern nur klassisch als Buch. Und das ist für einen Autor, der lange als Vorreiter der Digitalisierung von Literatur galt, schon beachtlich.

Originaltitel: Joyland
Übersetzt von Hannes Riffel

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