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Die Köln-Marathon Challenge, Teil 4

geschrieben am von & abgelegt unter Bücher und eBooks, In der Mayerschen.

Freitag, 2. August:
Nach den ganzen brennend heißen Tagen war es heute zum Glück etwas kühler. Auf dem Programm stand ein lockerer Dauerlauf von 12km, aber mit den Gedanken war ich ganz woanders.Cover des Buches Marathon 300x199 Am Wochenende würde ich nach über einem Jahr das erste Mal meine Schwester wiedersehen, die zwei Semester weit, weit weg im Ausland studierte. Das Training absolvierte ich problemlos und setzte mich am nächsten Tag in den Zug. Kurzum: Es war ein wundervolles Wiedersehen.

Beim Sonntagsfrühstück am Tag darauf erzählte sie mir, dass ein Freund von ihr ein Buch über das Laufen gelesen habe, welches mich bestimmt interessieren würde:
“What I Talk About When I Talk About Running” von Haruki Murakami.

Cover des Buches Wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede Haruki Murakami 132x200„Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“

Na so ein Zufall! Dieser Titel stand ohnehin auf meiner Leseliste. Haruki Murakami kenne ich als einer der wichtigsten japanischen Autoren der Gegenwart, dessen Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden und dem bereits einige wichtige Literaturpreise verliehen worden sind.
Zudem werden seine Werke bisweilen kontrovers diskutiert, vielleicht erinnert sich jemand an die Folge des Literarischen Quartetts, in der hitzig über „Gefährliche Geliebte“ debattiert wurde.

Seine Romane zeichnen sich bisweilen durch skurrile Ereignisse aus und können durchaus zur Gattung „Magischer Realismus“ gezählt werden, denn sie enthalten oft mystische Begebenheiten oder märchenhafte Figuren mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, so zum Beispiel in „Kafka am Strand“ Nakata, der mit Katzen sprechen kann.

Aber auch Popkultur und vor allem Musik sind wichtige Einflüsse für den Autor und ehemaligen Besitzer der Jazzbar „Peter Cat“ in Tokio. Auch in einem Plattenladen hat Haruki Murakami in den 70er Jahren schon gearbeitet und so ist „Naokos Lächeln“ nach einem Song der Beatles, „Tanz mit dem Schafsmann“ nach einem Song der Beach Boys benannt. Die unterschiedliches Handlungen, Personen und Orte lassen erkennen, dass Haruki Murakami ein ziemlicher Tausendsassa ist. Auf jeden Fall jemand, der die persönliche Freiheit schätzt und diese auch immer wieder in seinen Werken thematisiert.

Aber ehrlich: Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass Haruki Murakami nicht nur Autor, sondern auch Marathonlaufer, Triathlet und Ultralangläufer ist. Aber warum eigentlich nicht?
Das Laufen von langen Strecken kann ein unglaublich befreiendes Gefühl vermitteln, für Haruki Murakami ist es zudem Inspirationsquelle. Als Autor sitzt er oft und lange am Schreibtisch, um am jeweils aktuellen Roman zu schreiben. Die Ideen dafür sammelt er allerdings beim Laufen, welches ihm zudem als Ausgleich für das langwierige Sitzen am Schreibtisch dient.
Da ich selbst fast täglich hinter einem Schreibtisch hocke, kann ich diesen Drang nach Bewegung nur zu gut nachvollziehen.

„Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ beschreibt er Gedanken während seiner Streifzüge, er erzählt von Erfahrungen und Beobachtungen während seiner Teilnahmen an Wettkämpfen rund um den Globus. Haruki Murakami war ja schon immer ein Weltenbummler. So lebte er eine Zeit lang in Europa und dozierte Anfang der 90er Jahre an der Princeton University in den USA. Auch als Läufer zieht es ihn hinaus in die weite Welt: Seinen ersten Marathon lief er von Athen zum namensgebenden Ort Marathon. Danach machte er aber auch beim berühmten Hawaii-Marathon mit.
Interessant ist der Kontrast zu seinen Romanen, denn schöngeistig ist „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ eigentlich nicht. Aber es ist ehrlich, denn wie bei jedem anderen Sportler heißt es auch bei Haruki Murakami bisweilen Blut, Schweiß und Tränen. Bei Knieschmerzen beißen schließlich alle Läufer die Zähne zusammen, egal ob es sich um einen bekannten Autor oder Büroangestellten handelt.
Ein tolles, ungewöhnliches Buch; macht Lust, sofort die Laufschuhe zu schnüren.

Sonntag, 4. August:
Nachdem ich beim Frühstück noch über Haruki Murakami grübelte, standen am späten Nachmittag 10 Kilometer auf dem Programm. Und zwar unter Wettkampfbedingungen! Es war Sonntag, selbst zu fortgeschrittener Stunde immer noch drückend heiß, kaum jemand war unterwegs. Ich hatte eine längere Zugfahrt hinter mir und hätte unter normalen Umständen den restlichen Tag faul auf dem Sofa verbracht. Nun aber spazierte ich zusammen mit meiner Freundin zu einem nahegelegenen Sportplatz, um 25 Runden auf der Aschebahn zu laufen. Selbst auf dem Rasen, wo sonst eigentlich immer Fußballer trainieren, war kein Mensch. Rund um den Platz gab es einige schattige Plätze, auf der Bahn selbst nicht. Ich lief noch eine Runde zum Aufwärmen, dann ging es los.

Die erste Runde mit 1:28 Minuten viel zu schnell, das Tempo würde ich auf Dauer nicht halten können. Ich war müde, fühlte mich nicht fit, es war heiß und hatte in einer Kurve einen unangenehmen Gegenwind. Nun standen mir noch 24 Runden bevor. In Runde 5 merkte ich bereits schon leichtes Seitenstechen. Ich drosselte das Tempo etwas, noch 20 Runden. Ich kam mir vor, wie ein angezählter Boxer, mir gingen keine großartigen Gedanken durch den Kopf, außer weiter durchzuhalten und nicht aufzugeben. Für jede folgende Runde brauchte ich nun jeweils ein paar Sekunden länger, der Wendepunkt kam nach Runde 18. Ich war wieder etwas erholt, die Haltung wurde wieder straffer, die Schmerzen waren weg. Nur noch 7 Runden. Ich redete mir ein, dass es nicht mehr viel sei und rannte weiter. Die Rundenzeiten motivierten mich, denn noch wurde ich von Runde zu Runde wieder schneller. Die letzte Runde schloss ich dann auch tatsächlich wie am Anfang wieder mit 1:28 Minuten ab, so dass ich auf eine Gesamtzeit von 42 Minuten kam. Kein Topergebnis, aber ich war unter den gegebenen Umständen zufrieden. Und auch unendlich geschafft.

Dienstag, 6. August:
Cover des Buches Historischer Atlas von Mittelerde Karen Wynn Fonstad 145x200Ich war noch ganz schön vom Lauf am Sonntag lädiert. So lief ich die 12 Kilometer, die ich mir für heute vorgenommen hatte, in einem ziemlich gemächlichen Tempo.
Hatte kürzlich den Trailer zum neuen Hobbit gesehen, der im Dezember in die Kinos kommt und fragte mich nun, wie viele Kilometer Bilbo und die Zwerge wohl zurückgelegt hatten?
Ich müsste das eigentlich mal in den Karten von Mittelerde nachmessen…
„Historischer Atlas von Mittelerde“

Donnerstag, 8. August:
Heute stand mit 8 Kilometer eine relativ kurze Strecke an, allerdings war sollte diese mit 5 Sprints über je 100 Meter unterbrochen werden.
Ich hatte noch immer das Gefühl, nicht ganz fit zu sein und in den Beinen einen Anflug von Muskelkater. Meine Waldrunde war heute zudem so lebendig, wie ein Wochenmarkt. Ich hatte mich schon fast daran gewöhnt, kaum einer Menschenseele zu begegnen. Heute dagegen liefen mir im Minutentakt andere Jogger entgegen. Für die Sprinteinlagen musste ich mich ganz schön zusammenreißen: Die Gesamtstrecke war zwar verglichen mit anderen Läufen, die ich schon hinter mir hatte, kurz, aber durch das wechselnde Tempo kräftezehrend. Auch heute musste ich mich zwingen, nicht aufzugeben und während eines Sprints alles zu geben. Der Song des Tages war für mich daher Pink Floyd’s „Run Like Hell“, denn auch wenn der Text nicht passt, so ist der Titel umso treffender.

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Wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede - Haruki Murakami

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