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Django Unchained

geschrieben am von & abgelegt unter Filme und Buch-Trailer.

Ich gehöre ja zu der Generation, die immer glaubte, alles über die Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten zu wissen, weil wir als Kinder alle Fackeln im Sturm gesehen hatten. Nun ja …

Cover des Buches django unchained 141x200Da ich Django Unchained im Kino nicht gesehen hatte, war mir die DVD sehr willkommen. Jetzt bin ich erschüttert. Ich will mich hier nicht über die Ästhetik Quentin Tarantinos auslassen; das können andere besser, und nur weil ich vor einer halben Ewigkeit mal Pulp Fiction gesehen habe, bin ich da auch kaum qualifiziert. Auch die schauspielerische Glanzleistung des zu Recht mit dem Oscar belohnten Christoph Waltz muss ich nicht extra herausstellen.

Aber eine so schonungslose Darstellung einer Gesellschaft, in der Rassismus nicht verdeckt unter der Oberfläche bleibt, sondern Hauptmerkmal des gesamten Zusammenlebens ist, habe ich noch nicht gesehen. Was hat es bedeutet, wenn Menschen andere Menschen als ihr Eigentum betrachten und dabei das Recht auf ihrer Seite haben? Welche Abgründe an menschlichen Grausamkeiten können sich hier ungestraft ausleben?
Gewaltorgien ist man aus Tarantino-Filmen ja gewöhnt. Und so spritzt das Blut aus klaffenden Wunden, werden Menschen gepeitscht, von Hunden zerfleischt oder eben im Zweikampf auf Leben und Tod aufeinander gehetzt, zur Unterhaltung ihrer Besitzer. Und dass, als unsere Großeltern geboren wurden, noch Menschen lebten, die sich an solche Zeiten erinnern konnten, will einem nicht in den Kopf.

Arg gebeutelte schwache Nerven finden Zerstreuung in herrlichen Dialogen, zelebriert von wunderbaren Darstellern wie Leonardo di Cabrio, Samuel L. Jackson oder eben Christoph Waltz. Und wenn sich die Schergen des Ku-Klux-Klan vor ihrem Angriff böse streiten, weil mal wieder niemand an Ersatzmasken gedacht hat, muss man sogar lachen.

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