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Die Gewinnerin unseres KultKarten-Gewinnspiels steht fest!

geschrieben am von & abgelegt unter Mayersche News.

Wir haben Sie nach einer fiktiven oder selbsterlebten Kurzgeschichte gefragt, in dem der Autozug vorkommt. Zu gewinnen gab es eine Kurzreise für zwei Personen nach Villach / Klagenfurt für 4 Nächte inkl. Übernachtung im 4-Sterne-Hotel, Anreise mit dem Autozug und reichlich Kulturprogramm.

Nachdem die vielen Einsendungen und tollen Geschichten gelesen wurden, haben wir uns für eine Gewinnerin entschieden: Lydia Cremer und Ihre Geschichte „Urlaubsvorbereitungen“!

Wir möchten uns herzlich bei allen Teilnehmern für die kreativen Einsendungen bedanken und Ihnen die Kurzgeschichte von Frau Cremer nicht vorenthalten:

Urlaubsvorbereitungen von Lydia Cremer

„Ich will aber die rosa Jake mitnehmen“, brüllt meine Tochter „Ohne meine Lieblingsjacke fahre ich auf keinen Fall in Urlaub und meinen Roller nehmen wir auch mit!“ Ich versuche es erst ganz ruhig und auf die pädagogisch wertvolle Variante. Schließlich hab ich da mal so ein Buch gelesen. „ Schätzchen das geht nicht so viel Platz ist nicht im Auto und dann würde dein Roller kaputt gehen und du wärst dann ganz traurig. Und ich hab für dich schon eine tolle blaue Jacke eingepackt, die ist nicht so dick wie die andere.“ Ich bin stolz auf mich alle wichtigen Informationen hab ich an meine Tochter weitergegeben und nun müsste doch das Problem gelöst sein. Lenja meine Tochter sieht das ganz anders und verzieht das Gesicht und nun weiß ich schon was kommt, sie stampft und läuft rot an und dann brüllt sie noch eine Tonlage lauter: „ Du bist böse und die Jacke ist doof und aber mein Roller..“ So jetzt reicht´s in 2 Stunden wollen wir auf der Autobahn in Richtung Süden sein und da hab ich einfach keine Zeit mehr für Pädagogik. Und deshalb folgt nun etwas ganz unpädagogisches ich schicke meine Tochter in ihr Zimmer. Dort verschwindet sie auch, aber nicht bevor sie der Türe noch einen ordentlichen Schlag verpasst hat. Zack , die ist zu. Ruhe… schön.

Sind Sie schon mal mit zwei kleinen Kindern und einem viel zu kleinen Auto in den Sommerurlaub gestartet. Und haben sie einen Mann der noch am Morgen des ersten Urlaubstages so dringend, nur mal kurz und ganz schnell zur Firma muss, um noch was ganz wichtiges zu machen. „In einer Stunde bin ich wieder da Schatz“, versprach er vor zwei Stunden und „Ich fahr mit dem Rad dann bin ich schneller und du kannst schon mal die Koffer ins Auto bringen. Sind ja nicht so viele, oder!“ Sind ja nicht so viele, nein nein bei zwei Wochen Urlaub – kommt nur eine Kleinlichkeit von zwei Koffern, einer Reisetasche, eine Windelkiste, einige paar Schuhe, Kinderwagen, Reisebett, das verschiedenste Kinderspielzeug ohne das Mann , beziehungsweise Kind nicht verreisen kann und noch allerlei anderer Sachen zusammen.
Nun stehe ich also vor unserem Auto und neben mir ein Berg – von super Wichtigem Reisegepäck. Klein Wagen und Sommerurlaub, das sollte verboten sein. Ich tat mein bestes und packte ein und wieder aus und wieder ein … Nach gefühlten 100 Stunden war alles drin. Es ist nur die Frage wie! Ich kann von Glück sagen das meine Kinder noch keine Jugendlichen sind und den Fußraum brauchen. Egal, gleich geht es los.

Ich denk noch warum ist immer noch so ruhig … meine Tochter verschollen im Kinderzimmer. Da rauscht es in meiner Hosentasche. Ja, das Baby-Phon. Mein Sohn lebt und ist nun frisch ausgeruht und so gut wie reisefertig. Ich will geradezu Haustür rein, da höhere ich hinter mir die Fahrrad Klingel. Mein Göttergatte. Anstatt reue zu zeigen, weil er jetzt erst kommt und mich in dem ganzen Chaos alleine lässt, denkste da sagt der doch glatt: „ na Schatz alles fertig dann ganz es ja los gehen.“ Ich bin fertig , vor allem mit den Nerven. Ich schnappe nach Luft und dann denk ich nein wir haben Urlaub. Schönen lang verdienten, erholsamen Urlaub. Also lass ich das so stehen und wir beide betreten zusammen das Haus. Ruhe …. Komisch wo ist Lenja sonst hält sie es doch nicht so lange in ihrem Kinderzimmer aus. Ruhe und nur das surren des Baby-Phons. Ich schicke meinen Mann in das Zimmer unseres Sohnes und begebe mich auf die Suche nach unserer Tochter. Die Tür vom Kinderzimmer ist auf, kein Kind zu sehen. Ich will gerade unter die Bettdecke schauen. Da wildes Gebrülle aus dem Bad, unverkennbar mein Mann und meine Tochter. Also nichts wie hin und sehen was da nun wieder los ist. Und da sitzt meine Tochter in einem Berg von Schminke. Meiner Schminke! Und sieht aus wie eine Indianer- Clown, das ganze Kind und das ganze Bad ein Farbklecks. Überall Wimperntusche, am Spiegel und Waschbecken klebt der Eyeliner. Lippenstift auf den Fliesen und meine gute Creme verteilt auf dem T-Shirt meiner Tochter. „ Mach mich schick für den Urlaub“, kommt aus den knall roten Lippen meiner 3 jährigen Tochter. Wo ist es hin mein Urlaubsgefühl? Wo ist die große Freude hin? Es ist doch schön in Urlaub zu fahren und das bisschen Stress vor dem Urlaub steckt man doch locker weg. Ich heule. Super. Toller erster Urlaubstag. Und erst die Fahrt in den Urlaub. Ich heule gleich noch mehr. Mein Mann streichelt mit über den Kopf, das hilft nun auch nicht mehr. Ich kann nur noch was sagen von: „Zieh sie um ich räume hier auf.“ Dann drück ich ihm meine noch verbleibenden Feuchttücher in die Hand und sinke auf die Knie. Mit dem Lappen bewaffnet schrubbe ich den Boden. Nun ist es soweit ich will nicht mehr in Urlaub, denn bis wir erst einmal da sind muss ich noch die Autofahrt überleben und bei meinem angekratzten Nerven sehe ich da keine Chance mehr. Wär ich nur schon da. Klick ! und man ist schon da ganz ohne schreiende Kinder, einen spuckende Säugling, plattgessessene Hintern, nervende Fragen „Sind wir schon da?“ „Können wir aussteigen?“ und vielleicht auch noch ein Stau. Mir wird ganz schlecht. Ist es das Putzmittel oder die blanke Angst die nun in mir heran wächst.

Nach einiger Zeit schaut mein Mann ins Bad und fragte mich ob ich noch Hilfe bräuchte. Und da platzte mir der Kragen und es sprudelte nur so aus mir heraus: „Jetzt brauche ich keine Hilfe mehr, vor 4 Stunden beim Kofferpacken vielleicht oder vor zwei Stunden beim Auto einräumen vielleicht, aber jetzt nein. Jetzt brauche ich keine Hilfe mehr.“ Und weil ich gerade so in fahrt war sagte ich ihm auch gleich das ich nicht mit fahre in Urlaub, weil ich jetzt schon Angst vor der langen Autofahrt hätte und wenn es so weiter geht dann bräuchte ich Urlaub vom Urlaub. Und dann passierte etwas ganz komisches und ich hätte wahrscheinlich mit allem gerechnet nur nicht mit dem „ Schatz mach dir keine Sorgen, um die Fahrt in den Urlaub hab ich mich schon gekümmert die wird ganz entspannt, versprochen“ sagte er grinsend. Und dann sagt er mir noch dass wir aber auch gleich los müssten, er würde die Kinder schon mal ins Auto setzen. Huch, was war das und vor allem wie hat er sich den um die Fahrt gekümmert. Vor meinem inneren Auge sah ich es aufblitzen und dann verbannte ich einfach die dunklen Gedanken aus meinem Kopf. Nun war mir eigentlich schon alles egal. Ich kippte mir eine Ladung Wasser ins Gesicht und folgte meinem Mann zum Auto.

Jetzt konnte es also losgehen. Mal sehen was da so kommt. Ich bin aber nun wohl an dem Punkt wo einem alles egal ist. Mein Mann und die Kinder sind gut drauf und so hab ich Zeit die Welt an mir vorbei ziehen zu lassen.
Dann plötzlich wird es komisch mein Mann fährt von der Autobahn herunter. Ich will gerade fragen, da kommt er mir zuvor: „ Frag nicht. Lass dich überraschen.“ Ich denk nur Super und schaue weiter steif aus dem Fenster. An einer Ampel entdecke ich ein Plakat einer Glücklichen Familie und darüber die Aufschrift „Entspannt in den Urlaub mit der Deutschen Bahn“. Kurz fange ich an zu träumen und sehe mich entspannt und lachend im Zug sitzen, da holt mich mein eingeschlafener Fuß zurück in die Gegenwart. Nichts mit Entspannung.
Beim ersten Schild „Autozug-Terminal“ denke ich mir noch nicht beim zweiten und dritten fällt es mir wie Schuppen von den Augen. „Fahren wir mit dem Autozug“, frag ich ganz vorsichtig ich will mich ja nicht zu früh freuen. Mein Mann lacht und sagt: „ Ja Schatz. Entspannt in den Urlaub“. Lenja singt von hinten: „Tuff Tuff Tuff die Eisenbahn wer will mit in Urlaub fahren….“ Und da zack ist mein Urlaubsgefühl wieder da. Und hätte ich keine Ohren würde ich wohl im Kreis grinsen. Das Auto ist schnell verladen und mit etwas Gepäck und Spielsachen steigen wir in den Zug ein. Das Abteil ist toll. Lenja springt auf die weichen Sitze und unser Sohn schaut glucksend, auf den Schoss seines Vaters, aus dem Fenster. Schön! Und es wird noch besser als der Zug sich in Bewegung setzt sagt mein Mann, dass er mit den Kindern mal etwas auf Entdeckungstour geht und ich hätte ja dann mal etwas Zeit für mich. Toll oder! Wir spielen Memory, schauen aus dem Zug- Fenster und spielen wer sieht als erster eine Kuh, unser Sohn macht Klimmzüge am Sitz und Lenja versucht auf einem Bein zu sehen. Alle sind glücklich, so soll es sein. Am Abend Lädt uns meinem Mann zu Essen ins Bordrestaurant ein. Wir sitzen am Fenster und erzählen vom Urlaub, was wir machen möchten und was wir sehen wollen. Die Kinder finden die Fahrt sehr aufregend, aber nach einiger Zeit sieht die Müdigkeit und wir beschließen zurück in unser Abteil zu gehen. Der Luxus in unser Abteil ist das es zwei Liegeflächen hat, auf die wir unsere Kinder sicher zum Schlafen hinlegen können. . „So mein Mäuschen ich wünsch dir eine gute Nacht träume schön und wenn du morgen aufwachst sind wir schon da“, sag ich noch zu meiner Tochter, aber die hört mich gar nicht mehr und schläft schon eingekuschelt in Decke und Kissen friedlich ein. Das wird mein erster Urlaub wo ich schon erholt am Urlaubsort ankomme und vergessen ist das Chaos am Morgen. Ich flüstere meinem Mann noch ein danke ins Ohr und dann bin ich auch schon eingeschlafen.

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