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Himmelstal – Marie Hermanson

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Für alle, die „Alles, was wir geben mussten“ oder „Das finstere Tal“ ebenso gern gelesen haben wie ich, könnte „Himmelstal“ ein guter Tipp sein. Eine Reisebeschreibung der etwas anderen Art, um es mal vorsichtig zu formulieren. Anders ausgedrückt: eine Zukunftsvision, die vielleicht gar keine ist und bei der einem ein wenig unwohl wird…Cover des Buches 18108036 18108036 xl 180x300Max und Daniel sind eineiige Zwillinge, die ihre Kindheit größtenteils getrennt voneinander verbracht haben und die auch als Erwachsene nur sporadisch Kontakt haben. Daniel hat seinen Weg im Leben gefunden, Max hingegen ist psychisch labil und hält sich zu therapeutischen Zwecken in besagter Klinik „Himmelstal“ auf. Als Max Daniel überraschend zu einem Besuch einlädt, willigt dieser ein, ganz angetan von einer Möglichkeit zum Tapetenwechsel.

Dass sich diese Tapete als seltsam von der Außenwelt abgeschnittene, gegen äußerliche Einflüsse perfekt gesicherte und zugleich höchst luxuriöse Einrichtung erweist, soll nicht der einzige Punkt bleiben, der Daniel verwirrt. Die Patienten in „Himmelstal“, Max eingeschlossen, führen ein ganz freies Leben, machen den Tag über eigentlich nur das, wonach ihnen der Sinn steht, ohne etwa Zeit mit lästigen therapeutischen Gesprächen zu verbringen, was man ja eigentlich bei einem solchen Kuraufenthalt vermuten würde.

Überfreundliche Hostessen sorgen für einen reibungslosen Tagesablauf, was eher an ein Luxushotel, als an eine Klinik erinnert.Das Essen ist vom Feinsten und alle scheinen sorglos vor sich hin zu chillen. Doch das wohlige „Zauberberg“- Gefühl hält nicht lang an, der Haken lässt erwartungsgemäß nicht wirklich auf sich warten. Nachdem sich Daniel mehr unfreiwillig auf einen Identitätstausch mit Max einlässt und dieser über Nacht spurlos verschwindet, lernt Daniel das andere Gesicht von „Himmelstal“ kennen. Nach nicht allzu langer Zeit geht es ums pure Überlebenden. Frei unter dem Motto „Erklär mal einem Doofen, dass er doof ist“ findet Daniel bald heraus, dass die Wahrheit ihn nicht weiterbringt und er niemandem trauen darf, wenn er „Himmelstal“ je wieder lebend verlassen will. Nichts scheint wirklich und wahr zu sein.

Ich fand „Himmelstal“ unheimlich spannend. Und unheimlich unheimlich auch. Marie Hermanson hat mit ihrer Klinik einen gruseligen Mikrokosmos geschaffen, der perfekt durchgeplant zu funktionieren scheint. Und gerade dieses perfekt durchdachte Szenario lässt einem kalte Schauer den Rücken runterlaufen. Nicht nur die Charaktere des Romans geben beim Lesen immer wieder Rätsel auf, sondern der eigentlich Sinn und Zweck der Klinik bleibt lange im Dunkeln verborgen… und der Zweck hat es in sich, soviel sei hier verraten. Ansonsten muß ich aufpassen, was ich hier schreibe, wenn ich nicht die Spannung zerstören will. Aber eins steht fest: Nichts ist so, wie es scheint und wenn man glaubt, verrückter geht es nicht mehr, dann setzt Marie Hermanson noch einen drauf!  Das Gruselige ist meiner Meinung nach der Punkt, dass „Himmelstal“ vielleicht gar nicht so undenkbar ist, wie man beim Lesen immer wieder glaubt…oder zu hoffen wagt. „Himmelstal“ muß man wirklich selbst gelesen haben, danach sieht man die eigenen Probleme mit ganz anderen Augen! Subtil, spannend, gruselig, abgefahren, atmosphärisch und richtig richtig klasse!

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Cover Himmelstal - Marie Hermanson

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