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Schattenstill – Tana French

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Keine Ahnung, wem es sonst noch so ging, aber ich habe wie wild mit den Hufen gescharrt und von der stetigen Hoffnung gelebt, Tana Frenchs neuer Roman möge doch hoffentlich zeitnah erscheinen. Jetzt ist er da und ich hab 729 Seiten in anderthalb Tagen verschlungen. Darunter hat das Sehvermögen vielleicht etwas gelitten, aber das nehme ich gern in Kauf. Und das, obwohl mir der aktuelle Ermittler in „Schattenstill“ nicht unbedingt so höllensympathisch ist. Das Risiko einer partiellen Sehschwäche hat sich aber wirklich gelohnt!

Cover des Buches Tana French Schattenstill„Schattenstill“ findet statt in einer Neubausiedlung an der irischen Küste, eine knappe Autostunde von Dublin entfernt. Eine vierköpfige Familie wird brutal überfallen, der Vater und zwei kleine Kinder sind tot, die Mutter liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Was sich zunächst wie ein x-beliebiger Fall anhört, kommt Detective Mike Kennedy aber vom ersten Moment an spanisch vor und das liegt nicht nur an den vorliegenden Umständen. Es geht um den Fundort, mit dem der Detective seine ganz eigenen, unschönen Jugenderinnerungen verbindet.

Brianstown, das frühere Broken Harbour (auch ein schöner Name…) war als prosperierende Neubausiedlung mit jungen glücklichen Familien gedacht, der Schuss ist allerdings nach hinten losgegangen. Die Siedlung entpuppt sich als halbverfallenes, aufgegebenes Projekt und erweckt mehr und mehr den Anschein einer Geisterstadt. Selbst die nahegelegene Küste, eigentlich als Hintergrundtapete mit Urlaubsflair gedacht, erscheint in dieser Umgebung eher als bedrohlicher Rand vor einem Meer, dass aus miefender Brühe besteht. Die ideale Brutstätte für ein Sammelsurium gescheiterter Existenzen. In dieser „Idylle“ bekommt auch das Bild der glücklichen Familie Spain, der Opfer, nach und nach immer mehr Risse. Doch zunächst stellen sich dem Ermittlerteam Kennedy und Curran viele Fragen: Wer sollte dieser scheinbar normalen Familie so etwas antun? Warum hat die Mutter überleben können? Und vor allem: warum ist das ansonsten tadellos gepflegte Haus der Spains von grossen Löchern in den Wänden versehrt und wozu sind diverse Überwachungskameras installiert?

Den Gruselfaktor des Romans stellen die Löcher im Hause Spain da, die zunächst unwillkürlich im Haus verteilt erscheinen. Hat Pat Spain tatsächlich ein Untier gejagt, dass es sich auf seinem Speicher gemütlich gemacht hat und seine Kinder bedrohte…?

Nicht nur der Fall in diesem Roman ist spannend, sondern die Komposition der verschiedenen Handlungsstränge. Und das hat mir auch geholfen, über das ewige „Harter Hund“–Getue des Detectives Kennedy hinwegzusehen. Der trägt sein eigenes Säcklein mit seiner Vergangenheit und der psychisch kranken Schwester Dina, die ihn neben den Ermittlungen noch ordentlich auf Trab hält. Im schwierigen Umgang mit Dina beweist er Fingerspitzengefühl und Intuition, genau wie im Job und das macht ihn dann doch ein wenig sympathisch. Überhaupt spielen zwischenmenschliche Beziehungen, zumeist die schwierige Sorte, eine große Rolle in „Schattenstill“. Es lohnt sich, zwischen den Zeilen zu lesen!

Ich wünsche gute Unterhaltung und gepflegtes Gruseln, Irland ist bestimmt immer eine Reise wert, aber Brianstown würd ich auslassen. Freue mich jetzt schon auf das nächste Werk von Tana French, lasst das Hufescharren beginnen!!!

Originaltitel: Broken Harbour
Übersetzt von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel

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Cover des Buches: Schattenstill

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