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Drood – Dan Simmons

geschrieben am von & abgelegt unter Bücher und eBooks.

Nachdem ich schon „Terror“ von Dan Simmons mit Begeisterung gelesen hatte, hab’ ich mich jetzt an „Drood“ gewagt. Rein optisch sind die Werke ja doch ein bisschen abschreckend aufgrund ihres Umfangs, beide kommen im handlichen Brikettformat daher.

Cover des Buches Drood Dan Simmons 188x300Doch bei „Drood“ wie auch bei „Terror“ lohnt sich wirklich jede Seite.

Wilkie Collins, ein guter Freund Charles Dickens´ und selbst gefeierter Bestseller-Autor, erzählt dem Leser die mysteriöse Geschichte der Begegnung Dickens´ mit Drood, einem Wesen, das näher zu beschreiben wirklich schwierig ist. Optisch hab’ ich ihn mir so ein bisschen Voldemort-mäßig vorgestellt, das hat tatsächlich geholfen.

Dickens begegnet Drood das erste Mal bei einem verheerenden Zugunglück, während der Schriftsteller versucht, Überlebende zu bergen, gewahrt er eine Erscheinung, die zwischen Toten und Verletzten umhergeht, ohne dass wirklich zu erkennen ist, was sie da tut.
Als Dickens sich vorstellt, erwidert besagter Drood nur, dass er bereits wisse, wer Dickens ist. Danach scheint er sich in Luft aufzulösen.

Von diesem Tag an ist Dickens wie besessen von Drood und will um jeden Preis dessen Geheimnis aufdecken. Wilkie Collins hängt als guter Freund quasi schon halb im Abenteuer mit drin, mehr ungewollt als sonst was. Dickens´ Nachforschungen führen beide in die sprichwörtliche Unterwelt Londons, die sich zum Teil aus illegal betriebenen Opiumsalons, zum Teil aber auch aus einer enorm gruseligen Vorhölle mit ebensolchen Bewohnern herausstellt. Wer oder was ist Drood, gibt es ihn tatsächlich und wenn ja, was will er?

Aus diesen Fragen ergibt sich eine ebenso spannende wie mysteriöse Handlung. Dass zu Zeiten Dickens´ und Collins´ der Konsum von Opium und Laudanum recht gesellschaftsfähig war, trägt enorm zur Spannung und besonderen Atmosphäre des Romans bei, denn ich zumindest war mir ganz oft nicht sicher, ob der Erzähler Collins wirklich erlebt, von was er da erzählt oder ob er im Rausch vor sich hin halluziniert.

Aber nicht nur die Suche nach Drood hält den Leser in Atem, da wäre noch die grüngesichtige Frau mit den langen Krallen, die Collins in seinem Treppenhaus auflauert, der zweite Collins, der immer mal wieder im Kaminzimmer auftaucht und vor allem die schleichende Bewusstseinsveränderung bei Collins selbst.

Das sind die eher übernatürlichen Seiten von „Drood“, es gibt aber noch viel mehr. Der Literaturbetrieb zu Zeiten Dickens´, dessen Funktion als uneinholbarem Genie und der Umgang anderer Autoren mit diesem Phänomen tragen zu Erhöhung der Spannung bei. Der Leser erfährt viel über die Entstehung von Romanen wie „Bleak House“ oder „Die Frau in Weiß“, um nur zwei Werke zu nennen und noch viel mehr über den Umgang der damaligen Leserschar mit den Werken.

„Drood“ ist wirklich so vielschichtig, dass es mir schwerfällt, es in Worte zu fassen. Die fantastischen und etwas gruseligen Momente tragen dazu bei, dass der Leser sich komplett von der gegenwärtigen Welt verabschiedet und in das neblige London Charles Dickens´ eintaucht, um auf den schlammigen Pfaden der Untergrund-Slums nach Drood zu suchen.

Aber: gibt es Drood wirklich….?

Originaltitel: “Drood”
Übersetzt von: Friedrich Mader

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Cover des Buches "Drood"

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