Nigel McCrery, der uns schon mit „Kaltes Gift“ einen wunderbar englisch-bösartigen Krimi präsentierte, greift nun noch um einiges tiefer in die Trickkiste: Mark Lapslie – in „Kaltes Gift“ als Ermittler eher noch eine Randfigur – leidet unter seiner immer stärker werdenden Synästhesie. Er nimmt jedes Geräusch gleichzeitig als Geschmack wahr.
Das ist nicht hilfreich, wenn man unter anderem an einem lauten Bahnhof ermitteln muss.
Eigentlich ist er berufsunfähig, doch Carl Whittley, der uns hier von der ersten Seite an in all seiner Abgründigkeit vorgestellt wird, lässt ihm keine Ruhe. Whittley mordet in Serie – und hat Beweggründe, an die man mindestens bis zur Mitte des Buches nicht im Traum denkt.
Ich habe „Schwarzes Schaf“ in zwei Tagen gelesen, wann immer ich die Zeit dazu hatte, und habe die schlaflose Nacht nicht für eine Sekunde bereut. Ein großartig komponierter Krimi, für Fans von außergewöhnlichen Ermittlern, grotesken Tätern, gepflegter Kriminalpsychologie und Forensik genau das Richtige.
Originaltitel: “Tooth and Claw”
Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger

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