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Das eiserne Haus – John Hart

geschrieben am von & abgelegt unter Bücher und eBooks.

Dranbleiben lohnt sich also manchmal doch! Als ich anfing, „Das eiserne Haus“ zu lesen, war ich nicht sicher, ob wir so gute Freunde werden, denn die Handlung roch zunächst schwer nach amerikanischem Hardboiled Gepolter – nicht jedermanns Sache. Nach ca. 40 Seiten hat es mich dann aber doch gepackt und bis zum Ende nicht losgelassen.Cover des Buches Das eiserne Haus John Hart 187x300

Als Kleinkind in eisiger Kälte ausgesetzt zu werden, ist ja schon ein starkes Stück an sich. Aber auch danach hat das Leben für die Brüder Michael und Julian noch ein ein paar fragwürdige Überraschungen auf Lager. Im „Iron House“, dem ortsansässigen Kinderheim, bleiben sie mehr oder minder sich selbst überlassen. Der sensible Julian wird ständig gequält – und Michael versucht, ihn zu schützen und stark zu machen, wo er kann.

Nach einem Mord aus Notwehr muss Michael im Alter fliehen (er ist zu dem Zeitpunkt noch nicht mal in einem pubertätsnahen Alter) und die Lebenswege beider Brüder könnten sich unterschiedlicher nicht entwickeln:
Julian wird adoptiert und wächst in sozial gehobenen Umständen auf, Michael wird auch adoptiert – aber von der Mafia und zum Berufskiller ausgebildet. Und er wird zu einem der Besten in diesem Metier. Als er jedoch aussteigen will, reagiert die Familie nicht erfreut und Michael muss nicht nur um sein eigenes Leben fürchten, sondern auch um das seiner schwangeren Freundin… und um das Julians, zu dem er seit der unfreiwilligen Trennung keinen Kontakt mehr hatte. Dermaßen unter Druck gesetzt, stellt er sich ganz allein dem Kampf gegen eine vermeintliche Übermacht und muss mit der Zeit feststellen, dass es nicht nur eine Front gibt, an der es zu kämpfen gilt…

Ich hatte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so fesseln würde. Zwei Nachtschichten in Sachen Lesen sollten aber doch für sich sprechen. Erfreulich fand ich zunächst die Sprache (für hartgesottene Krimifans mag sie beizeiten zu blumig und bildhaft ausfallen, aber mir hat´s gefallen), aber auch die Vielschichtigkeit der Handlung und besonders einiger Charaktere. Julian bleibt undurchsichtig, ein wenig gruselig irgendwie, Michael hat trotz aller Kaltblütigkeit zugleich auch Herz und ein Gefühl für Moral und selbst die eher unsympathischen Protagonisten erklären sich durch ihre persönliche Geschichte. Niemand ist böse von Geburt an, es muss immer erst viel passieren, bevor Menschen sämtliche Vernunft fahren lassen.

Und in diesem Roman ist enorm viel vorher passiert. Er ist nicht nur ein Krimi, sondern eine Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, über Schuld, Rache, Sühne, Maßlosigkeit und viele andere unangenehme Seiten des Lebens. Es ist aber auch eine Geschichte von Liebe, Vergebung und das tatsächlich vielleicht doch existierende Gute im Menschen.

Aber keine Sorge, es herrscht nicht etwa Friede, Freude, Eierkuchen bei John Hart! Für Warmduscher ist der Roman nichts durch seine Düsterheit und die hohe Zahl derer, die das Ende nicht mehr erleben. Es wird ordentlich umgekegelt, um das mal klarzustellen! Alles in Allem ein sorgfältig geschnürtes Paket, ein toller Thriller, der mehr Lust auf Bücher von John Hart macht. Sehr empfehlenswert!

Originaltitel: “Iron House”
Übersetzt von: Rainer Schmidt

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Cover des Buches "Das eiserne Haus"

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