„Bärli Hupf“ war mein allererster Freund, bevor er dann später fernsehbedingt von „Supergrobi“ abgelöst wurde, aber das nur am Rande. Kürzlich habe ich mit großer Freude festgestellt, dass mein erstes, ganz selbst und allein im Alter von sieben Jahren erstandenes Kinderbuch tatsächlich noch lieferbar ist und daher muss ich hier sofort eine Lanze für „Bärli Hupf“ brechen!
Bärli ist ein kleiner Stoff-Teddy, der gerade bei der kleinen Susi ein neues Zuhause gefunden hat, da er alle anderen Bären im Regal im „Kauf mich“-Brummen locker hinter sich gelassen hat. So weit, so gut. Bärli ist ein wenig faul, bequem und hat zudem auch noch ganz „unbärig“ Heimweh. Was könnte da helfen? Natürlich Honig!
Bei einer waghalsigen Kletteraktion in Sachen Honigtopf reißt sich Bärli an einem Nagel das Fell kaputt und sämtliche Füllung in Form von Sägespänen rieselt aus ihm heraus. Entsprechend geschwächt finden ihn Susis andere Spielzeuge und entschließen sich zu einer Notoperation, in der sie Bärli einen Ball in den Bauch nähen.
Mit dem Ball im Bauch kann Bärli aber gar nicht mehr so faul sein, geschweige denn, stillsitzen. Er büxt des nächtens durchs Fenster aus, trifft den nach einer Karussellfahrt in der Waschmaschine zum Trocknen am Hintern aufgehängten Kasperl und beide ziehen los in die große weite Welt, um Abenteuer zu erleben. So treffen sie auf echte Bären, befreien eingesperrte Tiere, heuern beim Zirkus an und überlisten den bösen Lämmergeier, bevor es auf abenteuerlichen Wegen wieder Richtung Heimat geht. Bei aller Aufregung werden nämlich sowohl Bärli wie auch Kasperl immer mal wieder von Heimweh-Attacken angefallen.
„Bärli Hupf“ hat für mich einen ganz besonderen Charme. Der Bär ist süß und es gibt eine schöne Freundschaftsgeschichte, die aufgrund des Erscheinungsdatum (1957) vielleicht in etwas altmodischer Sprache daher kommt, die dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil. Entsprechend schlicht aber schön sind auch die Illustrationen und eine Moral von der Geschicht’ gibt es auch.
Zum einen vermittelt Mira Lobe auf anschauliche Weise, was sich gehört und was nicht, ohne überpädagogisch zu langweilen. Und andererseits verwandelt sich Bärli vom vorsichtigen Faulpelz in einen mutigen kleinen Draufgänger, was ängstlicheren Kindern vielleicht auch Mut gibt, sich einfach mal was zu trauen.
Ganz, ganz süß und toll zum Vorlesen!!!
Illustriert von: Susi Weigel

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