Geocaching ist eine neue Trendsportart, welche vor allen Dingen Leute ausüben, die es lieben, sich in der Natur aufzuhalten. Es ist eine Art Schatzsuche mit Hilfe von GPS-Koordinaten. Um an diese Daten zu kommen, muss man in der Regel vorher ein Rätsel lösen. Die größte Community findet man auf www.geocaching.com, ebenso wie viele weitere und detailreiche Informationen.
Ursula Poznanski, welche selber Geocacherin ist, hat sich dieses Thema für ihren ersten Thriller ausgesucht. Dass sie sich bestens mit der Materie auskennt, wird schnell klar und sicherlich gibt es den ein oder anderen Leser, der danach zumindest einmal in die Geocaching-Szene hineinschnuppert.
Das Buch
Beatrice Kaspary steht mitten im Leben und in ihrem Beruf. Sie ist gerade geschieden und alleinerziehend. Beruflich hingegen läuft es gut, bis zu dem neuen Fall, der Beatrice ihre geistigen und körperlichen Grenzen spüren lässt:
Auf einer Kuhweide in Salzburg wird eine Frauenleiche gefunden. Zu diesem Zeitpunkt hätte keiner geahnt, dass es nicht der erste und auch nicht der schrecklichste Fund sein würde.
An ihren Fußsohlen entdecken die Ermittler eine Tätowierung. Zurück im Büro erkennt Kasparys Arbeitskollege Stefan, dass es sich um Koordinaten handelt, wie beim Geocaching.
Schnell bewahrheitet sich diese Vermutung, als Beatrice zusammen mit ihrem Kollegen Florin vor Ort eine Dose findet. Der Inhalt ist blutig: Eine eingeschweißte Hand, dabei ein Zettel mit einem Rätsel.
Die Lösung ergibt wieder neue Koordinaten.
Scheinbar hat sich der Täter ein Spiel für die Polizisten ausgedacht. Weitere Menschen verschwinden, nachdem Beatrice und ihre Kollegen sie ausfindig gemacht haben. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn der Unbekannte nimmt Kontakt mit Beatrice über ihr Handy auf und ihr wird klar, dass er mehr über sie weiß, als nur ihren Namen. Er ist über sehr persönliche Dinge informiert und ohne Vorwarnung wird Kaspary von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.
Eine packende Jagd beginnt. Fragt sich nur, wer der Jäger und wer der Gejagte ist.
Fazit
Ursula Poznanski hat durch “Erebos” und “Saeculum” Leser jeglichen Alters erreicht. Mit “Fünf” schreibt sie ihren ersten Thriller für Erwachsene. Dieser ist nicht nur sprachlich gut, sondern ebenso spannend und befasst sich mit dem Thema Geocaching.
Eine neue Thematik, die nicht in jedem zweiten Thriller verarbeitet wird.
Sehr gute Beschreibungen der Umgebung gehören zu einem Buch von Ursula Poznanski hinzu, was sie schon in “Saeculum” eindrucksvoll bewiesen hat. Geocaching lädt dazu ein, Umgebungen und Landschaften entsprechend zu veranschaulichen. Hinzukommend hat die Autorin reale Orte gewählt, die der Leser selber entdecken kann, wenn er sich gerade in Salzburg befindet.
Was wäre allerdings ein Roman, der nur die Umgebung beschreibt, die Charaktere aber nicht zur Geltung kommen?
Die Autorin legt das Hauptaugenmerk auf Beatrice Kaspary. Sie hat zwei Kinder, ist frisch geschieden und hat leider viel zu wenig Zeit für sich und ihre Familie. Beatrice lebt regelrecht für ihren Beruf. Zugleich bietet die Protagonistin ideales Identifikationspotential. Vor allem für alleinerziehende Frauen, die berufstätig sind. Insgesamt werden die Personen sehr gut beschrieben, sodass man sie sich allesamt sehr gut vorstellen kann, obwohl immer ein gewisser Schimmer des Unbekannten in der Luft liegt.
Insgesamt ist dieser Thriller ein gelungener Start in dieses oftmals sehr vorhersehbare Genre. Leider blieb dieser Punkt auch hier nicht ganz außen vor. Warum das so ist, bleibt an dieser Stelle natürlich geheim. Fest steht: Wer gerne gute Thriller liest, die nicht der Norm entsprechen, sollte “Fünf” auf jeden Fall lesen!

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