Die Herbstprogramme wurden ausgeliefert, und im Klett-Cotta-Verlag erschienen wieder jede Menge tolle Geschichtsbücher. Von Hartmut Leppin erschienen ist eine tolle Biographie des byzantinischen Kaisers Justinian.
Die Mittelmeerwelt im 6.Jahrhundert. In Rom ist der letzte Kaiser schon vor einer Generation von germanischen Heerführern abgesetzt worden, aber von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul aus, herrschen die Kaiser des Ostens noch über den Balkan, Griechenland, Kleinasien, der vorderen Orient und Ägypten. Der bedeutsamste unter ihnen ist Justinian.
Er herrscht in einer Zeit des Übergangs. Die alte antike Welt ist Vergangenheit. Der Westen des römischen Imperiums ist Geschichte, längst ist das Christentum die dominierende Religion und der Kaiser ein strenger Anhänger der Orthodoxie. Viele Merkmale der späteren mittelalterlichen Welt aber sind noch nicht sichtbar. Die Päpste haben noch nicht die starke Position späterer Zeiten, und bis zum Auftauchen des Islam wird noch ein Jahrhundert vergehen.
Justinian prägt dieser Zeit seinen Stempel auf. Nach innen treibt er die Christianisierung seiner Welt voran. In Konstantinopel erbaut er die Hagia Sophia. Dieser gewaltige Kuppelbau wird während des ganzen Mittelalters von keinem europäischen Kirchenbau übertroffen werden können. Heute eine Moschee, ist sie bis zum Bau des Petersdoms fast 1000 Jahre lang die größte Kirche der Christenheit.
Die außenpolitischen Erfolge Justinians sind nicht von Dauer. Zwar erobern seine Feldherren weite Teile des westlichen Mittelmeerraumes, aber eine dauerhafte Wiedererrichtung des ganzen römischen Reiches gelingt nicht.
Die Zeit der Völkerwanderung und des Übergangs von der antiken in die mittelalterliche Welt ist unglaublich spannend. Das Leben des letzten wirklich großen römischen Kaisers ist ein besonders faszinierendes Kapitel. Das Buch von Hartmut Leppin ist ein Leckerbissen für alle Biographien-Leser.

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