Drei Menschen -eine jüdische Ärztin, ein mittelloser Ritter und ein Mönch- auf Wanderschaft. Sie alle verfolgen ihr eigenes Ziel und haben doch so viel gemeinsam, ohne es zu ahnen. Europa an einem entscheidenden Wendepunkt in seiner Geschichte: das Konzil von Konstanz.
Eigentlich sind Sie es an dieser Stelle gewohnt, dass ich Ihnen kurz den Inhalt dieses Buches vorstelle. Ich wollte es auch tun, doch beim Schreiben merkte ich, dass man den vielschichtigen Inhalt dieses Romans nicht in ein paar Zeilen zusammenfassen kann. Vielleicht ist es auch deshalb so, dass der Klappentext und die Inhaltsangabe des Buches mehr als unzureichend ist, denn dieses Buch ist soviel mehr.
Besser als der Verlag könnte ich es auch nicht, deshalb spare ich mir den Inhalt und sage Ihnen einfach, warum sie ausgerechnet diesen historischen Romane lesen sollten.
Wie bereits gesagt, dieser historische Roman ist mehr; er ist nicht nur ein Roman, sondern auch eine Roman-Biografie, denn eine der Hauptfiguren, die jüdische Ärztin Sara, hat wirklich gelebt.
Sabine Weigand lässt immer wieder in wunderbarer Erzählform Wissenswertes über den jüdischen Glauben und ihre Gemeinden im Mittelalter einfließen. Wir alle wissen über die grausame Zeit des Holocaust Bescheid, aber wo gab es schon mittelalterliche jüdische Gemeinden in Deutschland, und wie haben sie gelebt?
Dies weiß kaum einer, Sabine Weigand schafft auf sehr interessante Weise Abhilfe. Ein weiteres Thema, dass die Hauptfigur Sara betrifft, ist ihre Arbeit als Ärztin. Man erfährt viel Wissenswertes über frühere Heilmethoden und den Umgang mit kranken Menschen.
Ein anderes großes Thema ist die Politik in Europa und das Leben der Ritter im Dienste eines Königs oder einer Königin. Hier steht eine Intrige der anderen gegenüber und es kommt nur darauf an, wer den Kopf am besten aus der Schlinge ziehen kann. Hier kommt die zweite Hauptfigur, Ezzo, zum Zuge.
Er steht in Diensten der Königin, tut aus Liebe alles für sie und verliert sein eigentliches Ziel aus den Augen. So wird sehr deutlich, dass das Leben und der Wunsch eines Ritters immer dem seiner “Auftragsgeber” untergeordnet ist und es das “Idealbild” eines Ritters so wohl nie gab, zumindest meist nicht.
Das dritte große Thema des Romans ist das abendländische Schisma. Zu dieser Zeit gab es drei „rechtmäßige“ Päpste, hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Die Reform der Kirche war das große Thema, die Vorreiter des später allseits bekannten Martin Luther. John Wyclif (englisches Ketzer) und Jan Hus bringen die Menschen zum Nachdenken. Jan Hus, der Rektor der Karls-Universität in Prag, soll auf dem Konzil von Konstanz seine Lehren widerrufen – er widerruft jedoch nicht und wird schließlich im Rahmen des Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Doch seine Lehren und die John Wyclifs (er starb bereits Jahre zuvor) nimmt Luther Jahre später wieder auf. Die dritte Hauptfigur Ciaran steht stellvertretend für diese Gruppe.
Drei Themen die es wahrlich „in sich haben“, Sabine Weigand hat um diese -und viele weitere Themen- einen hervorragend historisch recherchierten Roman geschrieben. Pures historisch fundiertes Lesevergnügen.
Sabine Weigand, wer von dieser Autorin noch nichts gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen; – Sie werden es nicht bereuen, versprochen.

Naja. Naja, naja.
Hm, ich weiß nicht so recht… Das Thema der 3 Päpste ist ansprechend, aber der Rest. Naja. Da hats mein Vorposter eigentlich gut auf den Punkt gebracht.