Die zwei Wochen Azubifiliale nähern sich dem Ende – und bis jetzt hatten wir mit erstaunlich wenigen Problemen zu kämpfen. Aber kaum kommt dieser Gedanke auf, scheinen sich die Umstände gegen uns zu verschwören.
Zunächst gibt es einen kompletten EDV-Ausfall, sprich alle PCs inklusive Kasse sind abgestürzt. Zwar beginnt unsere IT direkt mit der Fehlerbehebung, aber in einem Laden voller Kunden ist jede Minute ohne funktionierende Computer unpraktisch und vor allem unangenehm.
Also müssen wir uns mit Kopfrechnen und handgeschriebenen Quittungen aushelfen, um wenigstens einige Kunden bedienen zu können – doch Gutscheine, EC-Kartenzahlungen und Bestellungen sind einfach nicht möglich.
Die 20 Minuten des Totalausfalls sind unbeschreiblich lang, aber irgendwann auch vorüber – und wir um eine Erfahrung reicher.
Doch scheint dieser Zwischenfall nicht auszureichen. Als wir am nächsten Morgen mit dem Entpacken der Ware beginnen, fällt auf, dass sämtliche Kundenbestellungen und einige Lagerware fehlen. Wie einige vielleicht wissen, gibt es in der Buchbranche ein ausgeklügeltes Bestell- und Liefersystem, das es ermöglicht, Bücher von einem auf den anderen Tag zu beschaffen.
Wenn wir also morgens den Laden betreten, waren die Fahrer bereits vor Ort und haben alles Gewünschte angeliefert – so funktioniert es eigentlich immer, doch diesmal ist etwas falsch gelaufen. Wir beginnen mit der Fehlersuche, um herauszufinden, an welcher Stelle es hakt und wo sich unsere Ware befinden könnte. Währenddessen müssen wir unseren Kunden erklären, dass sich ihre Lieferung verzögert – keine allzu schöne Aufgabe, schließlich verkündet man lieber erfreuliche Nachrichten.
Sehr viele Telefonate später wissen wir zwar noch nicht, wo die Ware steckt, konnten jedoch alle Bestellungen neu generieren.
Der nächste Morgen – neuer Tag, gleiches Pech: Unsere Bücher fehlen noch immer. Wieder geht es ans Telefon und endlich wird klar, auf welchem LKW die Ware versehentlich gelandet ist. Und dann kommt der erlösende Moment: 20 Minuten nach diesem Anruf erscheint ein Fahrer – und mit ihm unsere Bestellungen. Die Erleichterung steht allen ins Gesicht geschrieben.
Auch wenn diese zwei Tage wirklich stressig waren, sind sie doch genau der Grund für eine Azubifiliale: Wir sind über Probleme gestoßen, die wir vorher noch nicht kannten und haben uns mit ihnen auseinandergesetzt. An dieser Stelle deshalb auch noch ein Dankeschön an die Kollegen in Verwaltung und Einkauf, die wir mehr als einmal telefonisch belästigt haben: Wir versuchen, morgen nicht anzurufen!
PS: Der Umbau, Teil 2 muss warten.



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