Der Gegensatz Ost gegen West, Orient gegen Okzident prägte nicht erst das 20. Jahrhundert und unsere Gegenwart.
Schon in der Antike trafen aus diesen beiden Himmelsrichtungen kommend nicht nur Heere, sondern völlig gegensätzliche Kulturen und Menschenbilder aufeinander.
Der britische Historiker Tom Holland erzählt uns die Geschichte des persischen Weltreiches, dessen Könige von der Ägäis bis Indien und von Ägypten bis in das heutige Kasachstan herrschten, als Rom noch ein Dorf war.
Kyros der Große und der Emporkömmling Dareios waren die ersten, die in dem Glauben lebten, die ganze Welt zu beherrschen, bis auf einige unbedeutende und kaum erforschte Landstriche an ihrem Rand.
Nur dass das Reich des „Königs der Könige“ im Westen an das winzige Griechenland grenzte, in dessen Stadtstaaten ein völlig anderes Menschen- und Staatsbild geprägt wurde.
Dareios fragte noch „Wer sind eigentlich die Spartaner?“, als er zum ersten mal ihre Boten empfing. Sein Nachfolger Xerxes sollte die Antwort kennen lernen, als er versuchte, Griechenland seinem Imperium einzuverleiben, was den Untergang der ersten europäischen Hochkultur und ihr Aufgehen in ein asiatisches Reich hätte bedeuten können.
Wer weiß?
Vielleicht verdanken wir Demokratie, Redefreiheit oder die Achtung des Individuums tatsächlich den 300 Spartanern des Leonidas, die bis zum Tode den Pass der Thermophylen gegen die Horden des Xerxes hielten, bis der Rest des Landes seine Rüstung abgeschlossen hatte.
Das ganze wäre ja schon spannend und faszinierend genug.
Zum Lesegenuss wird es durch die Erzählkunst von Tom Holland.
Einmal mehr ein britischer Historiker, der wunderbar lebendig und fesselnd Geschichte erzählen kann.
Wir lesen von den Palästen der Persepolis, dem harten Leben der Spartaner, den Schlachten von Marathon und Salamis und meinen, wir seien dabei.
- Ein tolles Buch!

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